Tipps eines VC vom e-bizz Talk (Teil 1)

Hier nun, wie versprochen, ein „Protokoll“ über den VC Vortrag beim letzten e bizz talk. Außerdem zu dem Thema, sehr interessant und umfangreich, der Beitrag auf Beobachtungen zur Medienkonvergenz.

In dem Vortrag und der anschließenden Gesprächsrunde ging es im wesentlichen um vier Teile.

1. Was machen VC´s und für wen sind sie geeignet ?

2. Wie tritt man am besten an einen VC heran ?

3. Woran erkennt ein VC ein erfolgreiches Startup ?

4. Wie bewertet eine VC ein Startup ?

zunächst zu 1:

VC´s sind grundsätzlich Investoren die Geld verdienen wollen, d.h. sie wollen eigentlich zweimal ihr Geld zurück (was sie allerdings nur sehr selten schaffen). Sie sind nicht die netten Investoren die ihr Geld verschenken um junge Unternehmer zu fördern.

Auch wenn die meisten VC-Firmen immer hervorheben, wie wichtig ihnen das Fördern revolutionärer Unternehmensideen ist, bleibt eine Tatsache: VCs wollen primär das Geld ihrer Investoren vermehren, alles andere ist bestenfalls eine erwünschte Nebenwirkung. Andere spekulieren mit Aktien, Hypotheken-Zertifikaten oder Schweinebäuchen, VCs spekulieren hingegen mit Investments in junge Unternehmen. (aus dem oben genannten Beitrag von Andreas Göldi)

Der Vortragende (Namen habe ich leider vergessen, es war ein Holtzbrinck MA) hat ganz deutlich gemacht, dass die Finanzierung durch VC´s, für den Jungunternehmer neben den guten Seiten auch sehr viele Schattenseiten hat. Zunächst sei da die hohe Kontrolle genannt, die der VC gerade auch im operativen Bereich über das Startup haben will. D.h. nicht, dass er zwingend jeden Tag etwas reinquatschen möchte. ABER: Wenn ihm etwas nicht passt schmeisst er eben alles um. (Eine Erfahrung auf die ich als Gründer gerne verzichten kann). Neben dieser operativen Seite sind die Kosten einer VC Finanzierung auch sehr hoch, so muss der Gründer regelmäßig 40% an der Firma an den VC abgeben. (Insgesamt gehen die Kosten einer Verwässerung meistens so weit, dass der Ursprungsgründer beim Verkauf der Firma noch ca. 10% hält)

Die positiven Seiten (die natürlich auch ausgeführt wurden) möchte ich etwas kurz halten, da sie doch hinlänglich bekannt sein sollten. Insbesondere ist natürlich das Geld zu nennen, welches bei jeder Gründung knapp ist und zusätzlich bekommt man bei den meisten Gründungen auch noch eine Expertise von Erfahrenen Investoren hinzu, welche sicher hilfreich ist.

Ein schönes Zitat eines VC für das Verhältnis zwischen VC und Gründer habe ich auf Medienkonvergenz gefunden:

„I have 10 investments. In order for me to be successful, 3 have to be successful. Since it’s obvious that you’re not going to be successful, you’re not worth my time. I’ll spend my time on companies that can still win. It’s nothing personal.”

Letztendlich war das Fazit: weit über 90 % aller Unternehmen benötigen niemals VC Finanzierung und soweit man um eine VC Finanzierung herumkommt ohne deswegen auf Wachstum oder wichtige Investitionen verzichten zu müssen, sollte man eine VC Finanzierung vermeiden. Für mich persönlich heißt das jetzt, wenn ich es schaffe um eine VC Finanzierung herumzukommen, sehr gut! Wenn nicht ist daß kein Weltuntergang aber es ist eben auch kein Grund zum jubeln wie viele Gründer immer wieder denken.

zur 2. Frage:

Niemals einen Businessplan an einen VC schicken ! NIE ! NIE ! NIE !

Das war für mich das deutlichste Learning dieses Vortrages. Sollte ich je in die Position kommen Geld eines VC´s zu benötigen, darf ich nicht auf die Schnapsidee kommen diesem einen Businessplan zu schicken. Denn dann könnte ich ihn auch genauso gut gleich in den Müll werfen.

Die VC´s kriegen so viele Businesspläne das Sie diese gar nicht alle lesen können, geschweige den wollen. Deswegen sollte man am besten sein Gespräch / Präsentation beim VC habe noch bevor dieser irgendetwas schriftliches von einem gesehen hat. Allerhöchstens ein Executive Summary darf der VC bis zu diesem Zeitpunkt kennen.

Die Frage ist jetzt natürlich wie kriegt man einen Termin ohne das der VC vorher weiß um was es genau geht ? Man kann davon ausgehen das auch diese Leute ihre Zeit nicht geschenkt haben. Deswegen lautet die Empfehlung, immer über Dritte möglichst etablierte Leute oder andere Netzwerke an den VC herantreten. Dabei kann man die Personen die einem VC über das eigene Startup unterrichten in drei Gruppen einteilen, Berater (Anwälte, Wirtschaftsprüfer etc.); Professoren; Beteiligte BA´s.

Das beste von allen ist wenn ein erfahrener BA an den VC herantritt, denn dieser wirkt am überzeugendsten. (Als besonders guten BA wurden die Samwers hervorgehoben, auch wenn diese ja nun nicht mehr nur Seeding machen siehe auf DS)Zum einen hat er eigenes Geld investiert, was dem VC deutlich macht, dass er selbst wirklich an die Idee glaubt und zum anderen hat er idealerweise durch eine eigene erfolgreiche Gründung bereits bewiesen, dass er eine gute Nase für erfoglreiche Geschäftsmodelle hat. Professoren sind dann schon nicht mehr ganz so gut und ein bezahlter Berater ist die schlechteste der drei Varianten um an den VC heranzutreten. (Aber immer noch um längen besser als den eigenen Businessplan zu mailen).

So das war es erstmal für jetzt in einem zweiten Teil möchte ich noch die Tipps für die erfolgreiche Präsentation, sowie die Fragen was ein gutes Startup ausmacht und wieviel ein Startup ca. zum Launch Wert ist, bzw. wie der Pitching Vorgang so abläuft und wie lange Verhandlungen bis zu einer Entscheidung dauern dürfen…

Eine Antwort zu „Tipps eines VC vom e-bizz Talk (Teil 1)“

  1. RW sagt:

    guter Beitrag! einen Businessplan würde ich auch so nie ohne vorheriges persönliches Kennenlernen an den VC senden, weil dadurch nachwievor zuviele Ideen einen neuen Besitzer finden, welcher dann auch die Ressourcen zur Umsetzung hat…

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